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Arcade Cabinet

Built

Arcade Cabinet Built

In dieser Rubrik wird der Rohbau des Arcade-Automaten konstruiert. Die Inspiration zur optischen Gestaltung, Artwork und Layout gab mir der User "Artifact" aus dem arcadecontrols Forum. Für die Holzbearbeitung benutze ich einige Tools die ich sehr nützlich finde. Ich bin immer auf der Suche nach hilfreichen Tools die einen die Arbeit erleichtern und ein genaueres Arbeiten ermöglichen. Diese Tools werde ich im einzelnen ansprechen und auch verlinken. Die Tools benutze ich schon lange, unter anderem auch ein Fräserset für die Oberfräse. Ich möchte mit den Konstruktionsplänen beginnen und zeige euch einige Zeichnungen.

Die Seitenteile werden aus 19mm gefertigt. Im nachhinein stellte sich heraus, dass die 19mm MDF Platte eine große Toleranz von +0,7mm hatte. Auf Grund der eher schlechten Qualität des 19mm MDF Holzes habe danach 18mm MDF verwendet. Letztendlich ist es besser, bevor man das Holz kauft, ein Probestück anzufordern. Auf Grund von Änderungen wird die Finale SketchUp Datei zum Schluss veröffentlicht.

Die Maße der Seitenteile werden, gemäß der Zeichnung, auf die MDF Platte aufgetragen. Das Seitenteil wird grob, entlang der Anzeichnung, mit der Stichsäge ausgesägt. Ein paar Milimeter Abstand zur Linie reichen aus um die Arbeit für den Fräser zu erleichtern. Die geraden Seiten werden anschließend mit einer Oberfräse und einer Schiene, die als Anschlag dient, auf Maß gefräst. Radien habe ich mit der Stichsäge gesägt und mit Schleifpapier nachgeschliefen. Es gibt viele Möglichkeiten das Holz auf Maß zu sägen. Je nach Möglichkeiten muß jeder selbst entscheiden wie er die Platten zurecht sägt. Ist ein Seitenteil fertig, so kann man dieses als Vorlage für das zweite Seitenteil nehmen. Eine Oberfräse mit einem Bündigfräser ist hier Vorraussetzung. Dazu legt man das fertige Seitenteil auf die unbehandelte MDF Platte, zeichnet an und schneidet mit der Stichsäge wieder grob aus. Anschließend wird die unfertige Platte auf die Fertige gelegt, fixiert und mit einem Bündigfräser auf das gleiche Maß gefräst. So erhält man zwei identische Seitenteile.

Mit dem 1,6mm Scheibennutfräser wird der Schlitz für die T-Mold gefräst. Das rote T-Mold auf dem Bild wird durch ein schwarzes ersetzt.
Die Lautsprechergehäuse werden aus dem Originalplan, des Bausatzes, abgeleitet und auf den Arcade Videospielautomaten übertragen. Die vordere Platte ist 19mm und der Rest 12mm stark. Die Löcher für die Lautsprecher Chassis mache ich mit der Oberfräse und einem Fräszirkel. Um die erforderliche Frästiefe einzustellen, nehme ich einen digitalen Tiefenmesser. Dieser ist digital, arbeitet sehr genau und es lässt sich sogar ein Offset einstellen. Die Lautsprecher Chassis werden im Holz versenkt. Auch hier lässt sich die ideale Frästiefe mit diesem Tool einstellen.

Digitaler Tiefenmesser


Dort wo die Terminals und Lautsprecher festgeschraubt werden, bohre ich mit einem kleinen Bohrer vor. Der Bohrer hat einen geringeren Durchmesser als die Schraube selber. Durch das Vorbohren schafft man der Schraube Platz im Holz und verhindert so ein Aufplatzen des Holzes. Auf der Rückseite befinden sich die Lautsprecherterminals und in das innere kommt später das mitgelieferte Dämmmaterial.
Um die Holzflächen nicht zu zerkratzen, verwende ich immer sogenannte "Bench Cookies". Diese werden zwischen der Werkbank/Arbeitsplatte und dem Werkstück gelegt. Durch die beidseitige Gummierung der Werkstückstopper verrutscht das Holz nicht. Auch sehr gut als Abstandshalter zu verwenden, z.B. bei der Arbeit mit Schraubzwingen.

Werkstückstopper "Bench Cookie" und "Wandablage"

Die Glasscheibe für das Display wird von oben in der lang gefrästen Nut hinein geschoben. Die anderen Glasscheiben für das Marquee wird bei der Montage zuerst in der einen Nut gesteckt, zentriert und zu guter letzt fixiert. So brauche ich nicht mit unschönen Leisten oder Abdeckungen zu arbeiten. Zudem sind so die Kanten der Glasscheiben nicht sichtbar. Zuerst wird eine Seite des Audio-Teils aufgeleimt.
Für die 5 verstellbaren Füsse befinden sich auf der Unterseite M6 Einschlagmuttern, im Bild sind diese noch nichteingeschlagen.
Die Boden- und Zwischenplatte sind über Flachdübel mit den Seitenteilen verbunden und verleimt worden. Für die letzte Verleimung habe ich 7 Schraubzwingen benötigt. Der Aufbau erscheint nun ganz schön imposant und kann weiter bebaut werden =).
Um die Stabilität zu verbessern, wurden 4 MDF "Dreiecke" mit dem Korpus fest verleimt. Im unteren linken Teil des Arcade Cabinets soll der Kühlschrank eingebaut werden. Rechts neben der Trennwand kommt ein ausziehbares Ablagefach für die Controller.

Inzwischen haben wir Mitte Oktober und das Arcade Cabinet steht in der nicht beheizten Garage. Bevor es richtig kalt wird möchte ich die großen Flächen gerne lackiert und das Cabinet in der Wohnung stehen haben. Daher ist der nächste Schritt die Lackierung. Ich habe provisorisch eine Elektroheizung (ca. 12€ Stromkosten pro Tag) aufgestellt damit es in der Garage noch wärmer wird. Nun wird Step by Step lackiert.
Die Farben für die Lackierung habe ich aus dem NCS Atlas ausgesucht, NCS ist ein standardisiertes Farbsystem. Den NCS Atlas könnt hier downloaden. Die beiden Außenseiten bekommen einen orange Ton und bei den inneren Seiten geht der Farbton ins Dunkelbraune. Beides sind Mattlacke. Ich kann jeden empfehlen sich den Farbatlas mal anzusehen. Namenhafte Hersteller können die Wunschfarbe mithilfe des NCS Farbcodes anmischen. Farbcodes:

  • Orange: S 0570-Y70R
  • Braun: S 8010-Y70R
Zuerst wird der Isoprimer mit der Rolle aufgetragen. Nachdem der Isoprimer getrocknet ist, schleife ich die Schicht mit 400er Schleifpapier schön glatt. Die farbigen Lacke habe ich danach in 2 Schichten aufgetragen. Das Orange wirkt in der Realität anders als auf dem Foto.
Der Lack ist trocken und das Cabinet steht nun im Esszimmer. Damit das Cabinet nicht so leer aussieht, habe ich schonmal die Glasscheibe eingesetzt. Die Lautsprecher und das Terminal wurden eingesetzt und über die Frequenzweiche miteinander verbunden. Zum testen habe ich ein paar Super Mario Themes abgespielt, fand ich schon ganz cool =).
Der Einbau des Kühlschrankes war etwas kritisch. Ich habe die Maße zu eng bemessen und so musste ich aus der Tür ein Stück heraus schneiden damit das Scharnier Platz hat. Letztendlich hat danach die Konstruktion sehr gut funktioniert. Die schwarzen Schleppscharniere sind aus dem 3D Drucker, somit geht die Kühlschranktür mit der Schranktür auf. Der Aluminium Griff ist von Ikea (Blankett 295mm) und ist an der Oberkante der Tür, wie ich finde, gut plaziert.
Der Innenraum des Marquees wurde mit Diamantfolie ausgekleidet. Die Motive für das Marquess und Panel habe ich noch nicht. Trotzdem habe ich die Glasscheiben eingesetzt um zu gucken ob alles passt.